21.04.2019

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Mit dem TSC durch den „Rüttler“

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Der letzte Tag unseres Hemmoor-Aufenthaltes sollte noch ein besonderes Highlight werden, und was kam hier anderes in Betracht als der berühmte „Rüttler“ am Einstieg E 3 des Kreidesees.

 

Allein die Tauchgangsplanung erinnerte an ein mittleres Kommandounternehmen: 8 Taucherinnen und Taucher, aufgeteilt in 4 Buddyteams, wobei eine Teilnehmerin als Jugendliche den Tiefenbegrenzungen des VDST unterlag und nur bis zum LKW mittauchen durfte, um  dort „zwischengeparkt“ zu werden (natürlich unter Aufsicht eines TL), bis ihr Buddy wieder aus den Tiefen des Rüttlers zurückgekehrt war. Erschwerend kam hinzu, dass ich diesen TG mit meiner neuen UW-Kamera begleiten wollte, um alle Teilnehmer beim Eintauchen in die Schütte aus der Froschperspektive (also von unten nach oben) zu filmen. Das Ganze hatte also einen mehr als sportlichen Ansatz.

 

Entsprechend umfassend war dann auch das Briefing: Mensch, Gewässer, Tauchgang, Ausrüstung und vor Allem die Rettungskette waren bei einem solchen Profil – wie bei jedem TG - zwingend vorzubesprechen, wobei meine videobedingten Sonderwünsche auch noch zu berücksichtigen waren. Es dauerte also eine Weile, bis alle auf die Anforderungen dieses TG sicher vorbereitet waren.

 

Nachdem sich schließlich alle an der Wasseroberfläche eingefunden hatten, ging es in der besprochenen Reihenfolge an der Führungsleine (wo wir unseren Bubble-Check absolvierten) entlang in die Tiefe: Vorneweg Sergej, dem die undankbare Aufgabe zufiel, auf mich aufzupassen und mir den Rücken für die Filmerei frei zu halten, gefolgt von Darleen und Rüdi, Matty und Jessie und zum Schluss Uschi und Alex.

 

Nach kaum 2 Minuten Abstieg begannen die Konturen des LKW samt aufgestellter Ladefläche langsam deutlicher zu werden. Beim Näherkommen registrierten wir amüsiert, dass irgendein Spaßvogel das Titelblatt eines international bekannten Nackedei-Magazins (in Folie einlaminiert und im Format DIN A 4 !!!) an einem Rückspiegel des LKW befestigt hatte, von wo aus die in Rede stehende Dame unseren (männlichen) Tauchern schmachtende Blicke zuwarf. Weiter ging’s über den LKW hinweg bis an das Geländer, welches die eigentliche Schütte des Rüttlers begrenzt. Noch einmal kurz nachtarieren, dann begann Sergej mit dem Abstieg in die Tiefe, gefolgt vom Schreiber dieser Zeilen.  In der (jetzt deutlich dunkleren) Kammer des Rüttlers positionierten wir uns an dessen rechter Wand, drehten uns herum, so dass wir jetzt – nach oben blickend – alle Anderen beim Herabtauchen filmen konnten.

 

Die Szenerie war atemeraubend: Zunächst nur als undeutliche Schatten gegen das spärliche Sonnenlicht erkennbar, tauchten unsere TSC’ler, langsam immer größer werdend, der Kamera entgegen, wobei das Licht ihrer Taucherlampen gespenstische Lichtstrahlen in die Tiefe schickte. Rüdi, Darleen und Matty schwebten engelsgleich an uns vorbei. Dann folgte eine längere Pause, in der die drei wieder zum LKW zurücktauchten, um unsere Jessie aus der Obhut von Alex und Uschi zu übernehmen. Nachdem auch unsere Schlusslichter endlich durch die Schütte an Sergej und mir vorbeigetaucht waren, hatte das 4 Grad „warme“ Wasser meinen Buddy und mich auf Kühlschranktemperatur heruntergekühlt.

 

Letzteres erwies sich angesichts unserer weiteren Planung als nicht eben vorteilshaft: Sergej und ich hatten vor, noch „ein wenig tiefer zu gehen“ und erst unmittelbar an der maximalen Tiefengrenze von 40m umzudrehen. Auf dem nahezu senkrechten Abstieg dorthin wurde es sichtbar dunkler und unsere „Halbtrockis“ hatten jegliche Berechtigung zum Führen dieser Bezeichnung verloren: Wir froren jämmerlich. So reichte es dann auch völlig aus, unsere Tauchcomputer einmal kurz die 40m-Marke ankratzen zu lassen, um dann (den Regeln entsprechend) langsam wieder an der Außenkante des Rüttlers emporzuschweben. Am LKW erwarteten uns Uschi und Alex, und nach einem beruhigenden „Alles o.k. ?“ „Alles o.k. !“ ging es langsam weiter empor. Die in 8m Tiefe deutlich sicht- und spürbare Sprungschicht war eine Wohltat für unsere tiefgekühlten Knochen, und frohgelaunt machten wir uns an den langen Rückweg über den Einstieg E 2 bis hin zu E 1. Während wir unserer Gruppe folgten, erkundeten Sergej und ich noch ein letztes Mal den Flachwasserbereich dieser Strecke, wo uns wunderschöne Aufnahmen gelangen, als das Sonnenlicht durch die Uferböschung drang und faszinierende Lichtbündel auf den Grund des Kreidesees warf. Große Schwärme an Kleinfischen wechselten ab mit neugierigen großen Forellen, die uns häufig über längere Strecken wie Bodyguards begleiteten. Noch ein letzter Abstecher zum Segelboot in 12m Tiefe, dann war dieser wundervolle TG zuende, und mit exakt 50 bar (echter!) Reserve durchbrachen wir die Wasseroberfläche.

 

Ein wunderschöner Abschluss unser diesjährigen TSC-Hemmoorfahrt, die im nächsten Jahr – so die einhellige Meinung aller Beteiligten – unbedingt wieder stattfinden muss (und wird, nämlich vom 09.08. – 16.08. 2014).

 

 

 

A.S.

 

 

 

 

Hemmoor-stopp-over

Kurzentschlossen und voller Taucherdrang machten wir uns auf nach Hemmoor zur Kurzvisite von Samstag bis Montag, wo die 18 TSCler schon am Samstagnachmittag angekommen waren und sich häuslich eingerichtet hatten. Als die letzen eingekauften Utensilien verstaut waren, machten wir uns auf zum Briefing am See durch Andy,  damit alle die örtlichen Gegebenheiten und vor allem die Sicherheitsvorkehrungen bei einem Notfall kennenlernen. Die abendliche Einstimmung erfolgte mit einem reichhaltigem Grillallerlei - der Vorstand "Andy" grillt höchstpersönlich. Satt und zufrieden wurde noch der fantastische Sternenhimmel begutachtet und gefachsimpelt, bevor es zeitig auf die Matratze ging, denn, wir haben eine Menge vor.

 

Die anwesenden Tauchlehrer griffen eine Bemerkung von Klaus prompt auf, und schon wurde für Sonntag der Spezialkurs "Nachttauchen" ins Leben gerufen. Somit absolvierten wir einen Seekennenlerntauchgang, einen Dämmerungstauchgang, einen Nachttauchgang und dazwischen den erforderlichen theoretischen Teil. Das war schon eine aufregende Sache, wenn man noch nie in der Nacht tauchen war - stockduster, nur im Schein der eigenen Lampe durchs Gewässer. Eine ganz neue Erfahrung, kaum zu beschreiben, und richtig klasse. Alle Teilnehmer haben die Anforderungen erfüllt und somit die Brevetierung sicher.

 

Montag noch einen Abschlußtauchgang und dann mußten wir uns leider wieder verabschieden. Es waren wunderbare und lehrreiche Tage mit netten, begeisterten Tauchern.

 

Fest steht auf jeden Fall, im nächsten Jahr wieder, aber ganz sicherlich nicht auf Stippvisite, sondern die gesamte Zeit.

 

Anke und Klaus Benecke