21.04.2019

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Druckkammerfahrt

Es war noch früh am morgen, für den Ein- oder Anderen zu früh, als wir uns zu elft in der Uniklinik Düsseldorf am HBO Bereicht trafen. Dr. Strelow, bei dem wir ein Tiefenrausch Seminar mit anschliessender Druckkammerfahrt gebucht hatten, weckte jedoch mit seinem Vortrag und seinen Erzählungen aus der Praxis eines Druckkammer Betriebs sofort unsere Aufmerksamkeit und die Müdigkeit war vergessen. Als Einstieg gab es noch mal einen kurzen Abriss über die Gasgesetze, die Geschichte der Caisonkrankeit (Tiefenrausch) und den Einsatzbereich der HBO (Hyperbare sauerstoff Therapie). Es ist überraschend, in wie vielen Bereichen die HBO zur Behandlung von Erkrankungen angewendet wird. Tauchunfälle sind da nur ein kleiner Teil, wenn auch häufig mit Lebensbedrohlichen Symptomen einhergend.
Anschliessend stellte Dr Strelow noch einen realen Tauchunfall aus 2011 mit anschliessender Behandlung in Düsseldorf vor. Die Patientin hat diese Präsentation selbstverständlich genehmigt. Dem Unfall gingen, wie in vielen andern Fällen auch, 3 ansonsten unspektakuläre Tauchgänge voraus, was zeigt, dass auch Nullzeittauchgänge im Tiefenbereich bis 20m gefährlich werden können, wenn man die Regeln nicht beachtet. Danach konnten alle teilnehmer in einer 90 Minütigen Druckkammerfahrt auf eine Tiefe von 50m mit Luft erfahren, was Tiefenrausch bedeutet. Nicht jeder hatte den Eindruck, betroffen zu sein aber die Videoaufzeichnung der Aktion macht deutlich, dass man in solchen Tiefen mit Luft nur eingeschränkt Handlungsfähig ist. Eine Warnung an alle Sporttaucher: 30-40m sind genug! Wer unbedingt tiefer möchte, sollte sich eingehend mit dem Mischgastauschen beschäftigen und eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich absolvieren.
Natürlich kam der Spassfaktor nicht zu kurz, schliesslich waren wir unter ärztlicher Beobachtung und hätten die Kammer jederzeit verlassen können. Also gab es plattgedrückte Schaumküsse und nicht perlenden Sekt. Interessanterweise war nicht allen Tauchern die Druckgesetze in ihrem vollen Umfang klar - Das vorige Schütteln der Sektflasche wurde mit abwehrenden Handbewegungen und Bemerkungen wie: "Wer macht die Sauerei nachher weg" quitiert.
Alles in Allem ein schöner Event, den wir sicher nächstes Jahr wiederholen werden.